Saisonplanung im Möbelhandel: Optimale Bestellzeitpunkte für Händler

Saisonplanung im Möbelhandel: Optimale Bestellzeitpunkte für Händler

Saisonplanung: wann Händler was ordern sollten

Die richtige Beschaffungsplanung entscheidet über Liquidität und Verfügbarkeit im Möbelhandel. Wer zu spät ordert, riskiert Lieferengpässe in der Hochsaison. Wer zu früh bestellt, bindet Kapital und Lagerfläche unnötig lange. Eine durchdachte Saisonplanung berücksichtigt Produktionszeiten, Transportwege und die typischen Nachfragekurven verschiedener Möbelkategorien.

Frühjahrsgeschäft: Außenmöbel und Esszimmer ab Januar ordern

Das Frühjahrsgeschäft beginnt für Wiederverkäufer bereits im Winter. Gartenmöbel und Outdoor-Sortimente sollten bis spätestens Ende Januar geordert sein, damit die Ware ab März verfügbar ist. Parallel steigt die Nachfrage nach Esszimmermöbeln, da viele Kunden vor Ostern renovieren oder umziehen. Die Auswahl an Esstischen sollte daher ab Februar vollständig im Showroom stehen. Produktionszeiten von sechs bis acht Wochen plus Transportzeit erfordern eine Bestellung im Dezember oder frühen Januar.

Sommergeschäft: Polstermöbel und Einzelstücke bis März disponieren

Die Monate Mai bis Juli gelten als umsatzstärkste Zeit für hochwertige Polstermöbel und repräsentative Einzelstücke. Hotellerie und Gastronomie bereiten in diesem Zeitraum Saisonumbauten vor. Bestellungen für Sofas, Sessel und Beistellmöbel sollten bis spätestens Ende März eingehen. Bei individuellen Bezugsstoffen oder Sonderanfertigungen verlängert sich die Vorlaufzeit auf zehn bis zwölf Wochen. Objektausstatter planen für größere Projekte mit einem Vorlauf von mindestens vier Monaten.

Herbstgeschäft: Sitzgelegenheiten und Tische ab Juli bestellen

Ab September ziehen Bestellungen für Inneneinrichtungen wieder an. Gastronomiebetriebe erneuern nach der Sommersaison ihre Bestuhlung, Einzelhändler bereiten das Weihnachtsgeschäft vor. Die Nachfrage nach Stühle steigt ab Oktober deutlich. Eine Bestellung im Juli sichert die Verfügbarkeit für das Herbstgeschäft. Auch Konferenzmöbel und Empfangsbereiche werden in dieser Phase häufig ausgetauscht, da Unternehmen vor Jahresende noch Budgets ausschöpfen.

Jahresendgeschäft: Repräsentative Möbel bis September ordern

Das vierte Quartal bringt zwei gegensätzliche Trends: Einerseits investieren Betriebe in repräsentative Möbel für Empfangsbereiche und Besprechungsräume, andererseits sinkt die Bereitschaft zu längeren Wartezeiten. Bestellungen für November und Dezember müssen daher bis spätestens September eingehen. Konsignationslager und Pufferstocks helfen, kurzfristige Anfragen zu bedienen. Viele Einrichter planen bereits im Oktober die Frühjahrskollektion des Folgejahres.

Produktionszyklen und Transportzeiten einkalkulieren

Standardmöbel aus europäischer Produktion benötigen vier bis sechs Wochen Vorlaufzeit. Bei Überseeware verlängert sich dieser Zeitraum auf acht bis zwölf Wochen. Sonderanfertigungen, individuelle Polsterungen oder spezielle Oberflächenbehandlungen erfordern zusätzliche zwei bis vier Wochen. Einrichter sollten bei Großprojekten einen Puffer von mindestens 20 Prozent auf die kalkulierte Lieferzeit einplanen. Saisonale Engpässe in Häfen oder bei Spediteuren treten erfahrungsgemäß im Frühjahr und vor Jahresende auf.

Lagerhaltung und Kapitalbindung optimieren

Eine vorausschauende Saisonplanung reduziert die notwendige Lagertiefe um 15 bis 25 Prozent. Wiederverkäufer sollten Schnelldreher ganzjährig bevorraten, saisonale Artikel jedoch nur zur Hochsaison in größerer Stückzahl führen. Konsignationsmodelle mit Lieferanten ermöglichen flexible Reaktionen auf Nachfrageschwankungen ohne volle Kapitalbindung. Eine monatliche Absatzanalyse der letzten zwei Jahre zeigt verlässlich, welche Produktgruppen zu welchem Zeitpunkt geordert werden sollten.

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